ZukunftsForum IV: Denken und Arbeiten in der Welt von morgen

ZukunftsForum IV: Die Themen

Wie verändert sich die Art und Weise, wie wir arbeiten? Nehmen uns Roboter Arbeitsplätze weg – oder nur gefährliche und monotone Aufgaben ab? Womit beschäftigen wir uns im Jahr 2030, was werden Menschen weiterhin besser als Maschinen erledigen können und welchen Stellenwert hat die Handarbeit? Arbeiten wir zuhause, allein, im Team oder über alle Grenzen hinweg in der sogenannten „Crowd“? Diese und weitere Fragen zur neuen Arbeitswelt sollen im ZukunftsForum IV „Wissen schaffen – Denken und Arbeiten in der Welt von morgen“ diskutiert werden.

Den Beruf des Druckers gibt es heute noch, ebenso wie den des Buchhändlers oder Briefzustellers. Allen diesen Berufen wurde bereits seit längerem das Ende prophezeit. Tätigkeiten, die in diesen Arbeitsbereichen ausgeübt werden, haben sich dennoch gewandelt, Aufgaben sind weggefallen und andere, neue sind dazugekommen. Die Industrie 4.0 und die Digitalisierung verändern, wie wir arbeiten und leben. Das hat Auswirkungen auf die Art, wie wir Arbeit organisieren, über welche räumlichen Distanzen wir arbeiten und wie wir mit Maschinen zusammenwirken. Es stellt uns neue Fragen nach unserer Ausbildung und der beruflichen Weiterbildung. Es erfordert, dass wir lebenslang Lernen, wenn wir in Zukunft immer komplexere Aufgaben übernehmen. Gleichzeitig werden in Zukunft viele umständliche, gefährliche oder eintönige Arbeiten automatisiert werden können.

Denn nicht nur während der Zeit der Hochindustrialisierung Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gefährlich. Auch heute birgt die Arbeit mit schweren Maschinen Risiken. Die technische Entwicklung bietet hier unzählige Verbesserungsmöglichkeiten. Mit Wärmebildkameras ausgestattete Drohnen können der Feuerwehr bei der Bekämpfung von Bränden helfen, sinnvoll sind sie auch bei Bergungen oder der Suche nach Vermissten. Zusätzlich gibt es Herausforderungen, denen Menschen einfach nicht gewachsen sind. Keine Ärztin oder kein Arzt kann alle Krankheitsbilder und Therapieverfahren überblicken. Algorithmen werden sie dabei unterstützen und dazu beitragen, dass weniger seltene Krankheiten unentdeckt bleiben und mehr Menschen die beste medizinische Versorgung bekommen.

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Robotertechnik und Big Data werden Menschen bei vielen Arbeiten unterstützen.
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Die Digitalisierung verändert, wie wir arbeiten und wirtschaften: Schon heute können Designer und Kreative Arbeitsaufträge auf Crowdworking-Plattformen annehmen. Sie bekommen von Auftraggebern Aufgaben gestellt; ihr Verdienst richtet sich nach der Arbeitsdauer, der Qualität ihrer Ergebnisse oder der Zahl der geleisteten Aufgaben. Die Verantwortung für Sozialabgaben, Krankenversicherung und die Verhandlung der Tages- oder Stundensätze verbleibt bei den Auftragnehmern. Was passiert, wenn in den kommenden Jahrzehnten immer mehr Firmen so Arbeit auslagern? Welche Rolle wird Selbstständigkeit gegenüber Festanstellungen spielen? Und kann das gemeinsame Arbeiten sogar gewohnte Wirtschaftsbeziehungen auflösen, bis es irgendwann kaum mehr klassische Arbeitgeber gibt?

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Drohnen können nicht nur bei gefährlichen Arbeiten wie der Prüfung von Hochspannungsleitungen nützlich sein, sondern auch in der Landwirtschaft Arbeitsprozesse vereinfachen.
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Sicher ist, dass die zunehmende digitale Vernetzung in der Produktion die traditionelle industrielle Fließbandmontage weitgehend auflöst. Die digitalisierte Fertigung ermöglicht die industrielle Herstellung nahezu individueller Gegenstände, rentabel selbst in kleinsten Stückzahlen. Sie ermöglicht zugleich die kurzfristige Herstellung „on demand“ – kostspielige Lagerhaltung entfällt. 3-D-Druck wird in diesem Prozess eine große Rolle spielen.

Trotzdem: die Folgen von technischen Entwicklungen werden oft überschätzt. Die gänzlich menschenleere Fabrik wird es wohl auch in vielen Jahren noch nicht geben. Aber wohin entwickelt sich unsere Arbeitswelt? Es ist an der Zeit, sich mit der bevorstehenden Transformation der Arbeitswelt auseinanderzusetzen. Mit dem vierten ZukunftsForum möchte das BMBF mit Bürgerinnen und Bürgern darüber ins Gespräch kommen, welche technischen Möglichkeiten wir in Zukunft wie nutzen und welche Ideen uns dabei helfen, die Arbeitswelt von morgen positiv zu gestalten.


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