ZukunftsForum IV: Denken und Arbeiten in der Welt von morgen

Ergebnisse und erste Antworten des BMBF

Stand: Juni 2017

„Wissen schaffen – Denken und Arbeiten in der Welt von morgen“ war der Titel des Bürgerdialogs, der am 29. März 2017 mit der ZukunftsNacht im Berliner Dienstsitz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) seinen Abschluss fand. Rund 150 Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Politik und Wissenschaft diskutierten mit Bundesforschungsministerin Johanna Wanka mehr als zwei Stunden darüber, welche Chancen und Grenzen sie mit Blick auf Industrie 4.0, künstliche Intelligenz und neue Formen der Zusammenarbeit für die Arbeitswelt von morgen erwarten.

Wie bereiten wir uns auf die Arbeitswelt von morgen vor? Die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger bei der vierten „ZukunftsNacht“ fielen eindeutig aus: Digitale Kompetenzen sollen stärker in Aus- und Weiterbildung vermittelt, mehr Modellprojekte zur Anwendung neuer Technologien in kleinen Unternehmen gefördert und innovative Arbeitsmodelle erforscht werden.

„Digitalisierung und Automatisierung verändern unsere Arbeitswelt. Unser Bürgerdialog hat zum Ausdruck gebracht, dass viele Menschen davon verunsichert sind. Es zeigte sich aber auch: Wer sich intensiver mit den Möglichkeiten befasst, die technologische Neuerungen für die Arbeitswelt bringen können, sieht viel stärker auch die Chancen dieses Wandels. Bei aller Digitalisierung darf die Menschlichkeit nicht verloren gehen, dieses Anliegen war bei der ZukunftsNacht deutlich zu spüren. Im BMBF unterstützen wir diesen Prozess zum Beispiel mit Forschung zur Zukunft der Arbeit oder indem wir die berufliche Bildung modernisieren. Und wir wollen darüber mit Bürgerinnen und Bürgern weiter im Gespräch bleiben, deshalb wird das nächste Wissenschaftsjahr des BMBF 2018 die Zukunft der Arbeit zum Thema haben”, sagte Bundesforschungsministerin Wanka.

Grundtenor der Diskussion war, dass der Wandel von Arbeitsprozessen durch Digitalisierung und Automatisierung unaufhaltsam voranschreitet. Deshalb komme es jetzt darauf an, diese Entwicklung so zu gestalten, dass Arbeit auch in Zukunft Existenzen sichert und Sinn stiftet. Eine wichtige Rolle spielen dabei moderne Formen der Aus- und Weiterbildung, die junge wie ältere Menschen dabei unterstützen, ihre digitalen Kompetenzen anzupassen und aufzubauen. Gleichzeitig braucht es experimentelle Räume, um das zunehmend zeit- und ortsunabhängige Arbeiten und die Anwendung innovativer Technologien ausprobieren zu können. Der Bürgerdialog brachte auch den Wunsch zum Ausdruck, die Öffentlichkeit besser über technologische Möglichkeiten zu informieren, um Chancen aufzuzeigen und Ängste im Zusammenhang mit dem digitalen Wandel abzubauen.

Bürgerbeteiligung verfolgt keinen Selbstzweck, sondern muss sich stets an der glaubwürdigen Berücksichtigung ihrer Beteiligungsergebnisse messen lassen. In diesem Sinne werden die Ergebnisse des ZukunftsForums vom BMBF ausgewertet. Ziel ist es unter anderem, sie in die Entwicklung langfristiger Bildungs- und Forschungsstrategien einzubeziehen.

Die Ergebnisse des vierten ZukunftsForums geben dem Ministerium für die weitere Arbeit wichtige Anregungen und bestärken in der bereits bestehenden Arbeit.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl bestehender und erster geplanter Programme und Maßnahmen des BMBF bzw. der Bundesregierung, welche zu den Fragen und Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger Erkenntnisse generieren und Lösungen entwickeln sollen. Der Fokus liegt auf den Handlungsempfehlungen, die von den Bürgerinnen und Bürgern auf der ZukunftsNacht mit höchster Priorität bewertet wurden.

Die vollständige Liste der Handlungsempfehlungen aus dem ZukunftsTag finden Sie hier.



Oberthema 1: „Wie bereiten wir uns auf die Arbeitswelt von morgen vor?"

I. Rahmenbedingungen, Regulierungsfragen, Förderansätze

Für welche Rahmenbedingungen soll sich das BMBF einsetzen? Welche Ziele können durch Förderansätze erreicht werden?

„Aus- und Weiterbildung müssen neue Kernkompetenzen vermitteln: Veränderungsbereitschaft, Medien- und Informationskompetenz, Netzwerk- und unternehmerisches Denken.“ [Priorität für 70,8%]

  • Die von der Bundesregierung betriebene Plattform Industrie 4.0. verfolgt das übergeordnete Ziel, die internationale Spitzenposition Deutschlands in der produzierenden Industrie zu sichern und auszubauen. Gemeinsam getragen von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften dient sie dazu, ein einheitliches Grundverständnis von Industrie 4.0 zu entwickeln, in die Öffentlichkeit zu tragen und eine gesellschaftliche Diskussion anzustoßen. Hier arbeitet die Arbeitsgruppe „Arbeit, Aus- und Weiterbildung“ an Analysen zu den Effekten von Industrie 4.0 in der Arbeitswelt und konkreten Vorschlägen zur Gestaltung der Arbeitswelt von Morgen. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Die Publikation „Kompetenzen für Industrie 4.0 – Qualifizierungsbedarfe und Lösungsansätze“ der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) analysiert auf Basis einer empirischen Erhebung, welche spezifischen Kompetenzen KMU und Großunternehmen zur Gestaltung und Anpassung von Produkten und Prozessen sowie zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle vor allem in der Industrie benötigen. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Mit dem Ziel, die duale Ausbildung im Rahmen der bestehenden Strukturen der Aus- und Fortbildungsverordnungen bedarfsgerecht auf die Erfordernisse einer zunehmend digitalisierten und vernetzten Wirtschaft auszurichten, bündelt das BMBF seine Maßnahmen unter dem Dach einer „Berufsbildung 4.0“ Das BMBF agiert dazu auf unterschiedlichen Ebenen:
        • Die von BMBF und BIBB gemeinsam getragene Initiative Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen hat zum Ziel, branchenübergreifend anhand ausgewählter Berufsbilder die Auswirkungen der Digitalisierung auf Qualifikationsanforderungen frühzeitig zu erkennen und – wo nötig – entsprechende Handlungsempfehlungen für die Ordnungsarbeit, aber auch die Weiterbildung der Ausbilderinnen und Ausbilder, abzuleiten.
        • Das Sonderprogramm zur Förderung von Digitalisierung in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten und Kompetenzzentren zielt darauf, die Digitalisierung in der Ausbildung der Fachkräfte zu beschleunigen. Gefördert werden dazu die Anschaffung digitaler Ausstattung – wie Tablets, 3D-Drucker oder digital vernetzte Elektrofahrzeuge – sowie ausgewählte Pilotprojekte zur Anpassung von Lehr-/Lernprozessen.
        • Mit dem Programm Digitale Medien in der Beruflichen Bildung (ESF-kofinanziert) unterstützt das BMBF den digitalen Wandel in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Dazu wurden bisher mit über 260 Pilotvorhaben die Verbreitung und der Transfer digitaler Medien inklusive der Lernkonzepte in die berufliche Aus- und Weiterbildung gefördert. Wir sind beispielsweise davon überzeugt, dass digitale Medien für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen völlig neue Möglichkeiten schaffen – in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, aber auch in der Arbeitswelt insgesamt. Das Programm soll des Weiteren dazu beitragen, in Unternehmen strukturelle Voraussetzungen zum Einsatz digitaler Medien in der Aus- und Weiterbildung zu schaffen.
        • Mit dem Programm „JOBSTARTER plus – Aus und Weiterbildung in der Wirtschaft 4.0“ (ESF-kofinanziert) soll die duale Ausbildung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) für die Anforderungen der Wirtschaft 4.0 zukunftsfest gemacht werden. Mehr Informationen finden Sie hier.


Mehr Austauschprogramme für Bildung, Aus- und Weiterbildung initiieren und fördern.“ [Priorität für 29,2%]

      • Im Zentrum des EU-Programms ERASMUS+ steht die Förderung der Mobilität zu Lernzwecken und der transnationalen Zusammenarbeit. Wichtig ist der Austausch bewährter Praxis im Bildungs- und Jugendbereich. Die Angebote zum digitalen Lernen richten sich an Lehrkräfte, Ausbilder, Auszubildende und Praktiker in Schule und Erwachsenenbildung sowie an junge Menschen, Freiwillige und Jugendarbeiter in ganz Europa und in Drittländern. Mehr Informationen unter:
  • Das Netzwerk eTwinning bietet jedem, zum Beispiel Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern, Bibliothekarinnen und Bibliothekaren, der in einer Schule in einem europäischen Land arbeitet, eine Plattform um zu kommunizieren, kooperieren, Projekte zu entwickeln, sich auszutauschen und Teil einer Lerngemeinschaft in Europa zu sein. eTwinning gehört zu Erasmus+, dem EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Schulen und weitere Akteure der Schulbildung können die Plattform „School Education Gateway“ im Internet nutzen. Sie unterstützt Aktivitäten im Rahmen von Erasmus+ und hilft unter anderem bei der Suche nach Kursangeboten, Partnereinrichtungen oder Praxiserfahrungen. Die EU-Kommission hat das Portal im Rahmen des Bildungsprogramms Erasmus+ eröffnet. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Die Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung (IBS) bietet eine Bündelung von Programmen und Finanzierungshilfen, die von Jugendlichen, von Fachkräften und dem Ausbildungspersonal für die Umsetzung berufsbildender Auslandsaufenthalte (weltweit) genutzt werden kann. Die IBS informiert seit über 25 Jahren über Programme der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Ausland. Sie arbeitet als unabhängige Beratungsstelle im Auftrag und mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Angesiedelt ist die IBS in der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB). Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Die „European Platform for Adult Learning“ (EPALE) ist eine mehrsprachige, offene Community für Lehr- und Ausbildungspersonal, Forscherinnen und Forscher, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Politikerinnen und Politiker und alle, die beruflich mit Erwachsenenbildung in Europa zu tun haben. Der Community-Gedanke steht bei EPALE im Mittelpunkt. Für den Austausch von Inhalten der Erwachsenenbildung bietet die Plattform Nachrichten, Blog-Beiträge, ein Ressourcenzentrum und einen europäischen Veranstaltungskalender. EPALE wird von der Europäischen Kommission finanziert. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Das „Europäische Jugendportal“ bietet Informationen für junge Menschen in ganz Europa: Es informiert über Chancen und Möglichkeiten zu Leben, Lernen und Arbeiten in Europa. In 28 Sprachen erfährt man mehr über acht große Themenbereiche. Dazu kann man Nachrichten und Veranstaltungstipps für 34 Länder erhalten. Die Informationen sind nach Themen gegliedert: Aus- und Fortbildung, Kreativität und Kultur, Gesundheit und Wohlbefinden usw. Das Europäische Jugendportal ist eine interinstitutionelle Initiative der Europäischen Union. Mehr Informationen finden Sie hier.

II. Forschungsfragen

Zu welchen Themenfeldern sollte geforscht werden?

„Beispiele guter Praxis anderer Länder von Bildungsplänen und -Ressourcen hinsichtlich digitaler Anforderungen analysieren und Adaption für Deutschland identifizieren.“

  • Das neue BMBF-Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung strebt die Förderung von Projekten an, die in Abstimmung zwischen Wissenschaft und Praxis aktuelle Forschungsfragen und -bedarfe bearbeiten sollen. Hierzu würde auch eine international vergleichende Forschung im Kontext der Digitalisierung im Bildungswesen zählen.
  • Mehr Informationen unter:

Oberthema 2: „Wie gestaltet sich der Arbeitsalltag von morgen?“

I. Rahmenbedingungen, Regulierungsfragen, Förderansätze

Für welche Rahmenbedingungen soll sich das BMBF einsetzen? Welche Ziele können durch Förderansätze erreicht werden?

„Pilotprojekte/Modellversuche zum Ausprobieren digitaler und kreativer Technologien in kleineren und mittleren Unternehmen sowie an dritten Orten (Coworking-Spaces, Fab Labs, Bibliotheken) fördern.“ [Priorität für 60,5%]

  • Im „Future Work Lab", einem Innovationslabor für Arbeit, Mensch und Technik, können produzierende Unternehmen und deren Mitarbeiter die Arbeitswelten der Zukunft live erfahren. Das Future Work Lab richtet sich an Industrie, Gewerkschaften, Politik und Wissenschaft und auch an die Produktionsmitarbeiter von heute und morgen: Im Demonstrationszentrum zeigen so genannte Parcours die Arbeitswelt der Zukunft. Im Kompetenzentwicklungs- und Beratungszentrum werden Seminare, Workshops und Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeitende produzierender Unternehmen angeboten. Das akademisch ausgerichtete Ideenzentrum für Arbeitsforschung bietet eine zentrale Plattform für den wissenschaftlichen Dialog und die weitere Forschung rund um die Industriearbeit der Zukunft. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Future Work Lab“ wird im Rahmen der Programmlinie „Zukunft der Arbeit“ vom Bundesforschungsministerium über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Mehr Informationen finden Sie hier.


„Projekte zur Entwicklung von Technologien fördern, die uns im Arbeitsalltag freier von Routinetätigkeiten und offener fürs Lernen machen.“ [Priorität für 39,5%]

  • Mit der BMBF-Programmlinie „Zukunft der Arbeit“ fördert das Bundesministerium die Kooperation von Betrieben und Forschungseinrichtungen im Hinblick auf Veränderungen der Arbeitswelt. Welche Kompetenzen werden künftig benötigt, wie soll Arbeit unter veränderten technologischen Bedingungen organisiert werden, wie bleiben wir dabei gesund? In Projekten werden hierzu konkrete betriebliche Lösungen entwickelt und erprobt, die als gute Beispiele (Best Practices) übertragen werden können und sollen. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Ein Beispiel aus dem ambulanten Pflegebereich: Im Projekt „KoLeGe“ im Rahmen der Fördermaßnahme „Arbeit in der digitalisierten Welt“ wird ein „digitaler Tourenbegleiter“ via Tablet oder Smartphone entwickelt, der ambulante Pflegekräfte bei Routinetätigkeiten entlastet und die Arbeitsqualität fördert. Mehr Informationen finden Sie hier.

II. Forschungsfragen

Zu welchen Themenfeldern sollte geforscht werden?

„Regulierungsfrei(er)en Entwicklungsraum schaffen: Was könnten innovative Modelle für Strukturen und Kulturen in Unternehmen sein (ggf. Modellversuche, z.B. Coworking-Spaces, Fab Labs)?“ [Priorität für 59,3%]

  • Im „Future Work Lab", einem Innovationslabor für Arbeit, Mensch und Technik, können produzierende Unternehmen und deren Mitarbeiter die Arbeitswelten der Zukunft live erfahren. Das Future Work Lab richtet sich an Industrie, Gewerkschaften, Politik und Wissenschaft und auch an die Produktionsmitarbeiter von heute und morgen: Im Demonstrationszentrum zeigen so genannte Parcours die Arbeitswelt der Zukunft. Im Kompetenzentwicklungs- und Beratungszentrum werden Seminare, Workshops und Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeitende produzierender Unternehmen angeboten. Das akademisch ausgerichtete Ideenzentrum für Arbeitsforschung bietet eine zentrale Plattform für den wissenschaftlichen Dialog und die weitere Forschung rund um die Industriearbeit der Zukunft. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Future Work Lab“ wird im Rahmen der Programmlinie „Zukunft der Arbeit“ vom Bundesforschungsministerium über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Projekt „Open Creative Labs in Deutschland“ im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse (ITA) des BMBF: Einrichtungen, die Arbeitsräume und technische Infrastrukturen temporär an Nutzer vergeben, eine hohe soziale Offenheit aufweisen dabei aber Akteure bewusst so zusammenbringen, dass kreative Arbeitsergebnisse gefördert werden – Typologisierung, Analyse und Empfehlungen für die Gestaltung von Rahmenbedingungen.
    Mehr Informationen finden Sie hier.

III. Information, Kommunikation, Debatten

Welche Debatten soll das BMBF anstoßen? Zu welchen Themen soll verstärkt informiert werden?

„Kampagne gegen Technikangst“

  • Unter anderem um den Einfluss von Emotionen auf den Wissenstransfer geht es in der BMBF-Publikation „Wissenstransfer zwischen Forschung und Gesellschaft. Ethische, rechtliche und soziale Aspekte des Wissenstransfers in den modernen Lebenswissenschaften“. Die Forschung zu den ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten der modernen Lebenswissenschaften, genannt ELSA (Ethical, Legal and Social Aspects) verfolgt dabei einen interdisziplinären Ansatz. Sie beschäftigt sich vor allem mit den gesellschaftlichen Chancen und Herausforderungen und fördert den Austausch zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Der Austausch zwischen Forschung und Öffentlichkeit ist auch zentrales Thema der Förderung von ELSA Diskursvorhaben. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Projekte zur Einstellungsforschung im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse (ITA) des BMBF befassen sich auch mit Fragen der Technikaufgeschlossenheit. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Das Internetportal bioökonomie.de stellt im Auftrag des BMBF Informationen rund um die Bioökonomie für Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit bereit. Anhand von Hintergrundinformationen, Nachrichten, Personenporträts, Erfolgsbeispielen der Förderung, Bioökonomie-Aktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene oder von Studien- und Ausbildungsangeboten werden Ideen, Ziele und Entwicklungen der Bioökonomie in ihrer Breite veranschaulicht. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Ziel des vom BMBF geförderten Internetportals pflanzenforschung.de ist es, die Bedeutung und die Faszination der Pflanzenforschung und -züchtung einer interessierten Öffentlichkeit zu vermitteln. Aktuelle Forschungsergebnisse, Hintergrundinformationen, gesellschaftlich relevante Informationen sowie allgemeinpolitische Debatten werden populärwissenschaftlich aufbereitet. Themen aus Forschung, Landwirtschaft, Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft finden neben spezifischen Projektinformationen und fokussierten Themen über die Pflanzenforschung hinaus eine gemeinsame Plattform. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Im Jahr 2018 wird das BMBF das Wissenschaftsjahr dem Thema „Arbeitswelten der Zukunft“ widmen: Ein ganzes Jahr lang werden wir, auch gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, über verschiedene Wege und Formate, diskutieren und aufzeigen, wie Wissenschaft und Technologie die Arbeit prägen und wie wir auch die Arbeitswelten der Zukunft individuell, betrieblich und gesellschaftlich gut gestalten können.

Oberthema 3: „Was bedeutet uns Arbeit in Zukunft?“

I. Rahmenbedingungen, Regulierungsfragen, Förderansätze

Für welche Rahmenbedingungen soll sich das BMBF einsetzen? Welche Ziele können durch Förderansätze erreicht werden?

„Die Teilhabe an technologischer Entwicklung fördern.“ [Priorität für 59,5%]

  • Ein wesentliches Element der BMBF-Programmlinie „Zukunft der Arbeit“ ist die Ausrichtung von Forschung und Entwicklung an den Bedarfen der Beschäftigten und ihre maßgebliche Beteiligung in den jeweiligen Projekten (Projektbeispiel: die Einführung einer digitalen assistenzgestützten Montage geschieht unter ständiger Beteiligung der Beschäftigten). Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Im „Future Work Lab", einem Innovationslabor für Arbeit, Mensch und Technik, können produzierende Unternehmen und deren Mitarbeiter die Arbeitswelten der Zukunft live erfahren. Das Future Work Lab richtet sich an Industrie, Gewerkschaften, Politik und Wissenschaft und auch an die Produktionsmitarbeiter von heute und morgen: Im Demonstrationszentrum zeigen so genannte Parcours die Arbeitswelt der Zukunft. Im Kompetenzentwicklungs- und Beratungszentrum werden Seminare, Workshops und Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeitende produzierender Unternehmen angeboten. Das akademisch ausgerichtete Ideenzentrum für Arbeitsforschung bietet eine zentrale Plattform für den wissenschaftlichen Dialog und die weitere Forschung rund um die Industriearbeit der Zukunft. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Future Work Lab“ wird im Rahmen der Programmlinie „Zukunft der Arbeit“ vom Bundesforschungsministerium über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Projekt „DWD – TURUCHAN, Digital Work Design“ im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse (ITA) des BMBF: Ein Modell, wie sich Arbeitsgestaltung durch Digitalisierung verändert, wird auf Basis von Experten- und Betroffenen-Befragungen entwickelt. Mehr Informationen finden Sie hier.

„Den Einsatz menschengerechter Technologien fördern (und ggf. zertifizieren).“ [Priorität für 40,5%]

  • Interaktive Technologien bedeuten einen grundlegenden Wandel in der Technologieentwicklung. Basierend auf Schlüsseltechnologien wie den Informations- und Kommunikationstechnologien, der Elektronik, der Robotik und der Bionik, optimieren sie das Zusammenspiel von Mensch und Technik. Das BMBF-Forschungsprogramm „Technik zum Menschen bringen“ verfolgt einen umfassenden interdisziplinären Ansatz, in dem die technischen Wissenschaften mit den relevanten geistes-, rechts- und sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen und Perspektiven verbunden werden. Neue Konzepte werden vom Forschungslabor in reale Umgebungen überführt und schaffen einen echten Mehrwert für die Nutzerinnen und Nutzer. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Beim BMBF-Zukunftskongress „Technik zum Menschen bringen“ diskutieren Expertinnen und Experten aus Politik, Forschung und Praxis neue Trends der Mensch-Technik-Interaktion, informieren sich über aktuelle Fördermaßnahmen des BMBF – und setzen gemeinsam einen nachhaltigen Impuls für die Forschung zur Mensch-Technik-Interaktion. Mehr Informationen finden Sie hier.

II. Forschungsfragen

Zu welchen Themenfeldern sollte geforscht werden?

„Gute flexible Arbeitszeitmodelle und ihre Voraussetzungen erforschen.“ [Priorität für 68,5%]

  • Die BMBF-Programmlinie „Zukunft der Arbeit“ befasst sich auch mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und neuen Arbeitsformen wie z. B. Cloud Computing, Open Innovation und Auslagerung von Teilaufgaben (Crowdsourcing). Diese Entwicklungen fordern bestehende Formen der Produktion und Arbeitsteilung heraus: Flexible Unternehmens- und Arbeitsstrukturen ermöglichen ein besseres Kapazitätsmanagement in der Wirtschaft und in der Aus- bzw. Belastung der Beschäftigten, erfordern aber auch neue Kompetenzen und Qualifikationen bei Arbeitgebern wie Beschäftigten. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Im Rahmen des Förderschwerpunkts „Arbeit in der digitalisierten Welt“ innerhalb des BMBF-Programms „Zukunft der Arbeit“ entstehen Forschungsprojekte, die sich mit der flexiblen Arbeitssystemgestaltung im digitalen Zeitalter befassen. So wird in einem der Projekte eine Plattform entwickelt, die die Beteiligung der Mitarbeiter bei mobilen Pflegediensten an der Einsatzplanung ermöglicht. In einem anderen Projekt entsteht ein Werkzeug, das bei Erreichbarkeit der Mitarbeiter mit Smartphones die Work-Life-Balance durch Sicherstellung von ungestörten Ruhezeiten verbessert. Mehr Informationen finden Sie hier.

„Wie kann eine Arbeitsteilung von Mensch-Maschine zur gesundheitlichen Entlastung von Arbeitnehmern beitragen?“ [Priorität für 31,5%]

  • Im Förderschwerpunkt „Gesund – ein Leben lang“ des BMBF werden wichtige Beiträge für eine gesundheitsförderliche Arbeitswelt entwickelt, so zum Beispiel Konzepte, die psychische Belastungen im Arbeitsleben reduzieren und individuelle Bewältigungsressourcen steigern. Die Konzepte berücksichtigen insbesondere die Herausforderungen der Digitalisierung der Arbeitswelt. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Der Schwerpunkt des BMBF-Forschungsprojektes „SozioTex“ liegt auf der Analyse und gezielten Gestaltung von soziotechnischen Systemen für eine älter werdende Belegschaft, insbesondere beim Umgang mit innovativen und vernetzten Produktionsschritten. Ein Fokus liegt auf der Implementierung intelligenter Mensch-Maschine-Schnittstellen, z.B. bei Bedienungs- und Unterstützungssystemen. Der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Kompetenzen steht im Mittelpunkt.Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Im Rahmen des vom BMBF geförderten Projektes „Smart ASSIST“ werden auf Basis eines modularen Baukastenprinzips aufgaben- und personenangepasste Systeme der Mensch-Technik-Interaktion entwickelt, die die nachhaltige Teilhabe älterer Menschen am Berufs- und Alltagsleben unterstützen. Der Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Fachkräften in der manuellen Produktion und der Pflege sowie von Hilfs- und Pflegebedürftigen im Alltag. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Das BMBF-Projekt „ROBINA“ befasst sich mit robotischen Systemen zur Unterstützung hochgradig motorisch eingeschränkter Pflegebedürftiger. Mit einer neuartigen Leichtbaurobotik werden die Aktivitäten des täglichen Lebens der Pflegebedürftigen erleichtert, während die Ressourcen der Pflegenden gezielter eingesetzt werden. Die künftige Nutzung des Systems in verschiedenen Phasen der ALS-Pflege stellt hohe Anforderungen an die Machbarkeit, Akzeptanz und „Usability“ in der Mensch-Technik-Interaktion. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Beim BMBF-Projekt „MobIPaR“ geht es um die Frühmobilisation von Intensivpatienten durch adaptive Robotik am Bett. Entwickelt wird ein Pflege- und Rehabilitationssystem zur Mobilisierung von Pflegebedürftigen auf Intensivstationen. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Roboterkomponenten, die am Krankenbett angebracht und u. a. die Aufrichtung des Pflegebedürftigen und das Gehbewegungstraining unterstützen. Das System entlastet Pflegekräfte und Physiotherapeuten bei der bisher sehr personalintensiven Mobilisierung Bettlägeriger. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Beim BMBF-Programm „Zukunft der Arbeit“ geht es im Handlungsfeld 6.6 um die „Mensch-Maschine-Interaktion für das neue digitale Miteinander“. Gefördert werden die Entwicklung und Umsetzung neuer Konzepte betrieblichen Arbeitens. Hierbei geht es u.a. um das Ziel, ergonomische, effiziente und sichere Mensch-Technik-Schnittstellen für die Interaktion in veränderten digitalisierten Arbeitsprozessen zu entwerfen. Künftige Szenarien wie Exoskelette für Hebetätigkeiten und Überkopfarbeiten sowie Einsatzbeispiele für Augmented-Reality-Brillen werden in Projekten prototypisch demonstriert. Mehr Informationen finden Sie hier.

III. Information, Kommunikation, Debatten

Welche Debatten soll das BMBF anstoßen? Zu welchen Themen soll verstärkt informiert werden?

„Anstoßen einer Debatte: Wie kann gesellschaftliche/soziale Arbeit Teil der Erwerbsarbeit werden?“ [Priorität für 41,9%]

  • In dem vom BMBF initiierten Wissenschaftsjahr 2018 wird es um das Thema „Arbeitswelten der Zukunft“ gehen. Hier stehen die (oft technologisch bedingten) Veränderungen in der Arbeitswelt sowie ihre Gestaltungsmöglichkeiten im Mittelpunkt. Zentral wird dabei sein, welchen Beitrag Wissenschaft und Forschung leisten, um die Arbeitswelten der Zukunft zu gestalten. Dabei wird es auch um den Wert von Arbeit gehen, und um verschiedene Formen von Arbeit. In diesem Zusammenhang wird auch das Verhältnis von Ehrenamt und bezahlter Arbeit eine Rolle spielen.


„Debatte über ‚Gute Arbeit in der digitalen Welt‘ initiieren (und ggf. Label entwickeln).“ [Priorität für 34,3%]

  • Vor allem sind es technologische Entwicklungen und dabei besonders der dynamische digitale Wandel, die die Arbeit von uns allen weiter verändern wird. Diese Veränderungen bieten Chancen – und sie stellen uns vor Herausforderungen. Vor allem aber: Die Arbeit der Zukunft können wir gemeinsam aktiv gestalten – und hierbei unterstützen uns Wissenschaft und Forschung. Zentrale Fragen rund um diese Veränderungen in der Arbeitswelt stehen im Mittelpunkt des Wissenschaftsjahrs 2018 zum Thema „Arbeitswelten der Zukunft“.


"Beispiele guter flexibler Arbeitszeitmodelle kommunizieren." [Priorität für 23,8%]

  • Im Forschungsprojekt „KapaflexCy“ wurde eine selbstorganisierte Steuerung entwickelt, die es Unternehmen erlaubt, ihre Arbeits- und Produktionskapazitäten unter direkter Beteiligung der ausführenden Mitarbeiter hochflexibel, kurzfristig und unternehmensübergreifend zu steuern. Beispielsweise können Einsatzanfragen mit Hilfe von Apps in den mobilen Endgeräten der Mitarbeiter erfasst und dann dezentral und kooperativ koordiniert werden. Das Projekt wurde im Rahmen des Dachprogramms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Mit dem „Weißbuch Arbeiten 4.0“ fasst das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) seine Schlussfolgerungen aus dem im April 2015 gestarteten Dialogprozess „Arbeiten 4.0“ zusammen. Das BMAS möchte mit dem Weißbuch einen Impuls zur gesellschaftlichen Gestaltung der Zukunft der Arbeit setzen. Mehr Informationen finden Sie hier.Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Diskussionen mit den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen des ZukunftsForums sind eng von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BMBF begleitet worden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden die weitere Ausgestaltung der Bildungs- und Forschungspolitik begleiten und bereichern.