ZukunftsForum III: Lehren, Lernen & Leben in der digitalen Welt

„Lehren, Lernen und Leben in der digitalen Welt“ – BMBF-ZukunftsNacht zur digitalen Bildung

Am 24. Oktober diskutierten Bürgerinnen und Bürger mit Ministerialdirigent Dr. Stefan Luther über die Chancen und Herausforderungen der digitalen Bildung

Rund 130 Teilnehmende sowie Gäste aus Wissenschaft und Politik waren der Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefolgt und am Abend des 24. Oktober in den Berliner Dienstsitz des Ministeriums gekommen, um über digitales und analoges Lernen, den Bedarf an Forschung zu digitaler Bildung und den sozialen Aspekt des Lernens zu sprechen.

Die Rolle des Begreifens

In der Diskussion ging es unter anderem darum, dass digitale Medien in vielen, aber nicht in allen Belangen der Bildung sinnvoll eingesetzt werden können. Verschiedentlich wurde der Wunsch nach dem Erhalt des handschriftlichen Schreibens als Kulturtechnik geäußert – nicht zuletzt wegen der positiven kognitiven Effekte des Schreibens. Haptik, das Fühlen und Begreifen, lässt uns erfolgreicher lernen. Das Begreifen begleitet uns demnach auch im wörtlichen Sinn stets auf unseren Bildungswegen. Viele Diskussionsbeiträge betonten den Wert der analogen Welt, verwiesen aber auf die großen Chancen, die digitale Technologien versprechen. Mathematische Formeln zum Beispiel müssen in Zukunft vielleicht nicht mehr gelernt werden – mit digitalen Medien lassen sich abstrakte Phänomene erfahr- und erlebbar machen.

Bildbeschreibung
Dr. Stefan Luther im Gespräch mit Themenpatin Prof. Dr. Katharina Zweig
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Von wem wir lernen

Die Rolle der Lehrkräfte sahen die Teilnehmenden durch lernbegleitendes digitales Material aber teilweise sogar gestärkt. Lernprogramme verschaffen ihnen in Zukunft möglicherweise mehr Zeit. Zeit, in der sie Schülerinnen und Schüler individuell fördern können und in der sie Raum für die sozialen Aspekte des Lehrens haben. Denn Lernen ist sozial und soziale Kompetenz sehr wichtig – darin waren sich viele Diskutierende einig. Menschen lernen von Menschen, in digitalen als auch analogen Umgebungen.

Um zu entscheiden, welche Weichen wir für die digitale Bildung der Zukunft stellen sollten, wünschten sich viele Bürgerinnen und Bürgern mehr Forschung, die klärt, welche Folgen die Digitalisierung auf die Bildung hat und wie sie didaktisch sinnvoll eingesetzt werden kann. Auch in der Abstimmung über mögliche Handlungsempfehlungen für das BMBF ließ sich dieser Wunsch ablesen. Die Diskussion war in drei Oberthemen eingeteilt: „Was lernen wir in Zukunft?“, „Wie lernen wir in Zukunft?“ und „Wer lehrt in Zukunft?“ Nach jeder Diskussionsrunde wurde über Vorschläge in drei Handlungsfeldern abgestimmt:

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Hier finden Sie die Abstimmungsergebnisse der ZukunftsNacht.

Sehen Sie hier Bildeindrücke der ZukunftsNacht.


Bürgerdialogreihe

Die Diskussionsveranstaltung „ZukunftsNacht“ ist Teil der Bürgerdialogreihe „ZukunftsForen“, die Bundesforschungsministerin Johanna Wanka im Sommer 2015 ins Leben gerufen hat. Die ZukunftsForen bringen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gezielt miteinander ins Gespräch, um gemeinsam Antworten auf zentrale Zukunftsfragen zu finden. Im kommenden Frühjahr findet die vierte und letzte Runde der ZukunftsForen statt. Dann geht es um das Thema „Wissen schaffen – Denken und Arbeiten in der Welt von morgen“.

Schon jetzt können sich Interessenten für eine Teilnahme registrieren.