ZukunftsForum I: Gesundheit neu denken

„Gesundheit neu denken – Wohlergehen durch Hightech-Medizin und Selbstoptimierung?“

Ergebnisse und erste Antworten des BMBF

Stand: Juni 2016

Mit der ZukunftsNacht am 8. September 2015 fand das ZukunftsForum I „Gesundheit neu denken“ seinen Abschluss und Höhepunkt. Rund 200 Gäste diskutierten gemeinsam mit Bundesministerin Johanna Wanka die Bürgerempfehlungen aus dem ZukunftsTag und stimmten über die Prioritäten ab.

Bürgerbeteiligung verfolgt keinen Selbstzweck, sondern muss sich stets an der glaubwürdigen Berücksichtigung ihrer Beteiligungsergebnisse messen lassen. In diesem Sinne wurden die Ergebnisse des ZukunftsForums vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgewertet. Ziel ist es unter anderem, sie in die Entwicklung langfristiger Forschungs- und Innovationsstrategien einzubeziehen.

Weit oben auf der Agenda der Handlungsempfehlungen, die die Bürgerinnen und Bürger dem Bundesministerium mit auf den Weg gaben, steht der Bedarf für eine neue Qualität von Gesundheitsbildung in der Bevölkerung, genauso wie die unabhängige Aufklärung über Chancen und Risiken neuer Gesundheitstechnologien. Die Bereitstellung eines sicheren Patientenzugangs zu Gesundheitsdaten wird zusammen mit Qualitätsstandards in der Gesundheitsversorgung als wichtigste Rahmenbedingung gesehen. Im Forschungsbereich schließlich stimmte rund die Hälfte der Diskussionsteilnehmer für eine Stärkung der Versorgungsforschung. Die vollständige Liste der Handlungsempfehlungen aus dem ZukunftsTag finden Sie hier.

Die Ergebnisse des ersten ZukunftsForums haben dem Ministerium für die weitere Arbeit wichtige Impulse gegeben und auch in der bereits geleisteten Arbeit bestärkt.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl bestehender und erster geplanter Programme und Maßnahmen des BMBF bzw. der EU, welche zu den Fragen und Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger Erkenntnisse generieren und Lösungen entwickeln sollen. Der Fokus liegt auf den Handlungsempfehlungen, die von den Bürgerinnen und Bürgern auf der ZukunftsNacht mit höchster Priorität bewertet wurden.


I. Aufklärung und Bildung, Teilhabe und Transparenz

Wie kann das BMBF dazu beitragen, das Wissen über digitale Innovationen im Gesundheits- und Pflegebereich zu verbreiten?

„Durch Förderung der Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung für Chancen und Risiken neuer Technologien mit Hilfe von medialer Aufklärung und Bildung“

[Priorität für 43,1%]

  1. Beratung: Aufgabe des Hightech‐Forums ist es, die Umsetzung und Weiterentwicklung der neuen Hightech‐Strategie der Bundesregierung mit konkreten Handlungsempfehlungen zu begleiten. Dabei werden Perspektiven von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft einbezogen.
    Die fachliche Erörterung geschieht im Rahmen von Arbeitsgruppen, den sogenannten Fachforen. Insgesamt wurden acht Fachforen zu verschiedenen Themen eingerichtet, eines davon ist das Fachforum „Digitalisierung und Gesundheit“. Das Fachforum beleuchtet die Verknüpfung von IT und Gesundheit. Dabei werden auch Themen wie Prävention, ambulante Versorgung, personalisierte Therapieplanung und Nachversorgung untersucht, um zu Forschung und Entwicklung und dem Transfer schneller wachsenden Wissens beizutragen und damit den Wirkungsgrad bestehender Aktivitäten der Bundesregierung zu erweitern.
    Mehr Informationen unter: www.hightech-forum.de
  2. Aufklärung: Das BMBF-Referat Gesundheitsforschung gibt regelmäßig einen Newsletter mit Informationen zu neuen Entwicklungen, Forschungsprojekten und Veranstaltungen heraus.
    Mehr Informationen unter: www.gesundheitsforschung-bmbf.de
  3. Aufklärung: Die Ausstellung „Erfolge der Gesundheitsforschung“ zeigt an ausgewählten Beispielen, wie Ergebnisse aus der Forschung ihren Weg in die medizinische Versorgung gefunden haben. Die Ausstellung des BMBF wandert seit 2009 durch Deutschland und stand bislang an mehr als 30 öffentlichen Orten (z.B. Krankenhäuser, Kliniken, Veranstaltungen). Zurzeit wird sie erweitert und aktualisiert, geht aber in den kommenden Monaten wieder auf Reise.
  4. Aufklärung: Zu den Indikationen Krebs, Lungenerkrankungen und Diabetes gibt es Informationsdienste, die Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen ein breites Informationsangebot zur Verfügung stellen. Dies beinhaltet insbesondere auch allgemeinverständliche Informationen zu neuesten Fortschritten in der Gesundheitsforschung und innovativen Ansätzen in der Prävention, Diagnostik und Therapie der jeweiligen Erkrankung. Der Krebsinformationsdienst wird vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) betrieben, der Lungen- und Diabetesinformationsdienst vom Helmholtz-Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU). Sie arbeiten eng mit den seit 2009 für das jeweilige Krankheitsbild gegründeten Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) zusammen. Ziel der DZG ist es, Forschungsergebnisse aus dem Labor noch schneller und besser in die medizinische Praxis zu überführen.
  5. Förderung: Innovationen in der Biomedizin, Biotechnologie oder Bioinformatik versprechen neue diagnostische oder therapeutische Ansätze für viele Krankheiten. Neue Methoden – wie z.B. die Genom-Editierung – bieten dabei vielversprechende Perspektiven, werfen aber auch grundlegende Fragen auf. Das BMBF fördert deshalb seit Jahren die ELSA-Forschung. Dieser eigene Forschungszweig beschäftigt sich mit den ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten („Ethical Legal and Social Aspects“) der modernen Lebenswissenschaften.
    Mehr Informationen unter: www.gesundheitsforschung-bmbf.de

II. Regulierung und Gesetzgebung

Welche Rahmenbedingungen sollen mit Unterstützung des BMBF angepasst werden?

„Bereitstellung eines sicheren Zugangs für PatientInnen / NutzerInnen zu ihren Gesundheitsdaten (Patienten als ‚Wächter‘ über ihre eigenen Daten)“

[Priorität für 44,2%]

  1. Zugang schaffen: Das E-Health-Gesetz enthält einen Fahrplan für die Einführung einer digitalen Lösung mit höchsten Sicherheitsstandards. Auf die persönlichen Gesundheitsdaten sollen auch Patienten zugreifen können.
    Mehr Informationen unter: www.bmg.bund.de

III. Forschungsförderung und Strategische Vorausschau

Welche Forschungsziele und -inhalte sollte das BMBF unterstützen?

„Versorgungsforschung, vor allem mit Blick auf die Wirksamkeit von Versorgungsansätzen in den Bereichen Therapie und Diagnostik“

[Priorität für 47,4%]

  1. Förderung: Mit dem BMBF-Aktionsplan „Versorgungsforschung – nah am medizinischen Alltag“ wird unter anderem untersucht, welche medizinischen und pflegerischen Maßnahmen tatsächlich wirkungsvoll sind, welche nicht zum Erfolg führen und an welcher Stelle Ressourcen besser eingesetzt werden können.
    Mehr Informationen unter: www.bmbf.de
  2. Förderung: Viele Arzneimittel können sehr unterschiedlich wirken – abhängig davon, ob ein junger oder älterer Mensch sie einnimmt. Deshalb fördert das BMBF das Projekt „Gesundheit im Alter“. Ein Ergebnis dieser Maßnahme ist die PRISCUS-Liste. Darin finden sich Informationen über Medikamenten, die für ältere Menschen ungeeignet sein können.
    Mehr Informationen unter: www.bmbf.de (PDF-Download)
  3. Förderung: Das neue Förderkonzept „Gesund – ein Leben lang“ stellt bis ins Jahr 2021 rund 100 Millionen Euro für die Forschung zu verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Lebensphasen zur Verfügung. Das Ziel: Die Bedürfnisse der Menschen in ihren verschiedenen Lebensphasen besser verstehen und Prävention und Therapien noch passgenauer ausrichten.
    Mehr Informationen unter: www.bmbf.de


Die Diskussionen mit den Bürgerinnen und Bürgern sind eng von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BMBF begleitet worden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden die weitere Ausgestaltung der Forschungspolitik im Gesundheitsbereich begleiten und bereichern.