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Engagierte Debatten in der ZukunftsNacht mit Johanna Wanka

9.09.2015 | Deutlich länger als geplant diskutierte Bundesministerin Wanka gestern Abend mit rund 200 Gästen zum Thema "Gesundheit neu denken – Wohlergehen durch Hightech-Medizin und Selbstoptimierung?". In der ZukunftsNacht ging es um die Rolle von Forschung und Bildung in der Gesundheitsversorgung der Zukunft. Die äußerst rege Beteiligung am Bürgerdialog des BMBF machte eine Verlängerung der Redezeit erforderlich. Dabei reichte das Spektrum der Beiträge von Gesundheitsbildung in der Schule über gesetzliche Regulierungen bis zu neuen Forschungszielen im Bereich der Gesundheitsversorgung.

Viele Gäste bereicherten die Diskussion durch ihre persönlichen Praxisberichte. Eine Berliner Pflegeschülerin schilderte den dramatischen Personalmangel im Krankenhausalltag, der kaum Zeit für den persönlichen Patientenkontakt lässt. Eine Seniorin aus Kassel machte auf die schnell wechselnden Darreichungsformen von Medikamenten aufmerksam, die besonders ältere Menschen im Alltag überforderten. Auf die rechtlichen Hürden für digitale Beratungsangebote in Deutschland wies ein junger Arzt und Autor einer Gesundheits-App hin.

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Johanna Wanka diskutiert mit Gästen der ZukunftsNacht
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Klar wurde immer wieder, dass dringender Handlungsbedarf bei der Schaffung einer fortschrittlichen Infrastruktur für den Austausch von Gesundheitsdaten herrscht. So würden im Klinikalltag Patientendaten derzeit noch vielerorts auf CD gebrannt und mit dem Taxi zugestellt, wie ein Diskussionsteilnehmer berichtete.

Strukturiert wurde die zweieinhalbstündige Diskussion durch die insgesamt 19 Handlungsempfehlungen an das BMBF, die Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen des ZukunftsTages am 22. August in Berlin erarbeitet hatten. Am Dienstagabend waren die Gäste der ZukunftsNacht nun aufgefordert, über die Prioritäten der Empfehlungen abzustimmen.

So konnte Johanna Wanka am Ende des Abends eine Reihe klarer Handlungsaufträge für ihr Ministerium entgegennehmen. Weit oben auf der Agenda steht demnach der Bedarf an eine neue Qualität von Gesundheitsbildung in der Bevölkerung, genauso wie die unabhängige Aufklärung über Chancen und Risiken neuer Gesundheitstechnologien. Die Bereitstellung eines sicheren Patientenzugangs zu Gesundheitsdaten wird zusammen mit Qualitätsstandards in der Gesundheitsversorgung als wichtigste Rahmenbedingung gesehen. Im Forschungsbereich schließlich stimmte rund die Hälfte der Diskussionsteilnehmer für eine Stärkung der Versorgungsforschung.

Wichtige Gesprächsimpulse lieferten auch die Expertinnen und Experten des ZukunftsForums. Neben der Themenpatin des Forums, Andréa Belliger, beteiligten sich der Berliner Neurologe und Schlaganfallspezialist Heinrich Audebert, der Göttinger Pharmakologe und Toxikologe Heyo K. Kroemer, der Berliner IT-Stratege Peter Langkafel MBA sowie der Unternehmensberater und Gründer von Quantified Self Deutschland, Florian Schumacher.

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