Die neuen weltweiten Denkfabriken

„Erschwingliche Spitzentechnologien“

Interview mit Dr. Rajnish Tiwari, Technische Universität Hamburg


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Dr. Rajnish Tiwari
Copyright Jupitz, TUHH

Was können wir von den ehemaligen Schwellenländern Asiens lernen?

Die ehemaligen Schwellenländer Asiens, aktuell insbesondere China und Indien, legen in beeindruckender Weise dar, wie die Hoffnung junger Menschen auf ein besseres Leben Innovationskraft auslösen kann. Die Voraussetzungen hierfür wurden vor Ort etwa durch gezielte Investitionen in die Hochschulbildung, die Förderung des Unternehmertums und die aktive Unterstützung internationaler Kooperationen geschaffen.

Inwieweit profitieren wir von Innovationen aus ehemaligen Schwellenländern?

Dort entstehen zum Teil hochinnovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle – oft in Zusammenarbeit mit unseren Firmen. Einige Innovationen aus den neuen Leitmärkten finden ihren Weg zurück zu uns und dienen der Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Denn sogenannte frugale Innovationen sprechen neue Kundensegmente an und senken den Kostendruck, beispielsweise im Gesundheitsbereich.

Wie können wir uns auf die Innovationslandschaft von morgen vorbereiten?

Die zunehmende Bedeutung ungesättigter Märkte auf der Südhalbkugel, aber auch die umweltpolitischen Gegebenheiten erfordern eine verantwortungsvolle Kombination von Spitzen-technologien und Erschwinglichkeit. Frugale Innovationen können am besten in globalen Innovationsnetzwerken realisiert werden. Die Industrienationen sollten daher viel offener sein für neue, manchmal auch ungewöhnliche Innovationspfade.