Herausforderungen der digitalen Revolution

Maschinen denken mit

Der neue Arbeitskollege könnte in Zukunft ein Computer sein – die Arbeitswelt steht vor der nächsten Automatisierungswelle. Bis 2030 sind Maschinen vielleicht schon in der Lage, selbst die Jobs zu machen, bei denen gedacht werden muss.

Noch vor wenigen Jahren war es kaum vorstellbar, dass Computer eigenständig Texte verfassen. Heute verfassen intelligente Algorithmen vollautomatisch journalistische Inhalte für Nachrichten-portale.

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Der neue Arbeitskollege könnte in Zukunft ein Computer sein.
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Auch in der Arbeitswelt übernehmen Computer zunehmend die Regie. Schätzungen zufolge basieren in Deutschland bis zu 50 Prozent des Auftragsvolumens im Börsenhandel auf Computeralgorithmen. In den USA sind es vermutlich schon 70 Prozent. Mehrere US-Medien lassen in der Sportberichterstattung Artikel nicht mehr von Journalistinnen und Journalisten, sondern von Erzählalgorithmen schreiben. Bis 2030 werden Maschinen nicht nur das Denken des Menschen beeinflussen, sie könnten es ihm auch immer mehr abnehmen.

Steigender digitaler Konkurrenzdruck

Diese Entwicklung strafft einerseits Betriebsabläufe und verspricht selbst kleineren und mittel-ständischen Unternehmen Kosteneinsparungen. Entlastung durch den Arbeitskollegen Computer könnte sich außerdem positiv auf das wachsende Bedürfnis der Beschäftigten nach mehr Zeitsouveränität auswirken. Andererseits steigt der digitale Konkurrenzdruck auch in qualifizierten Berufsfeldern, in denen bislang vergleichsweise hohe Einkommen erzielt werden. Die mögliche Folge: Bis 2030 könnten zahlreiche Arbeitsplätze wegfallen.

Ist unsere Gesellschaft dafür gerüstet? Wie kann der wissenschaftliche Nachwuchs auf den Wandel der Berufsbilder vorbereitet werden? Welche Anforderungen stellt der künftige Arbeitsmarkt? Und nicht zuletzt: Wie viel Denken wollen wir uns von Maschinen überhaupt abnehmen lassen? Das sind Fragen, denen sich die heutige Generation stellen muss. Denn die Konsequenzen etwa eines algorithmengesteuerten Hochfrequenzhandels – sei dieser technisch noch so ausgereift – werden auch in Zukunft die Menschen tragen.