Das Ende der Privatsphäre?

„Die digitale Gesellschaft gestalten“

Interview mit Prof. Dr. Katharina Anna Zweig, Technische Universität Kaiserslautern

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Prof. Dr. Katharina Anna
Zweig
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Universität Heidelberg

Die Digitalisierung ist allgegenwärtig. Was passiert künftig mit unseren Daten?

Die Digitalisierung ermöglicht es, Datensätze miteinander zu verknüpfen. Dadurch lohnt es sich für Dritte, auch kleinste Informationsschnipsel zusammenzutragen und aufzubewahren. Auf der einen Seite werden die Informationen so derart individuell sein, dass wir jederzeit identifiziert werden können – auf der anderen Seite wird man neue Muster menschlichen Verhaltens entdecken, die zeigen, wie wenig individuell wir oft sind.

Können wir die digitale Welt überhaupt mit Gesetzen regulieren?

Ich denke, dass wir eine breite Diskussion darüber benötigen, was wir als Gesellschaft wollen. Wir müssen die gewünschte Balance zwischen Privatsphäre und Sicherheit, zwischen Erkenntniswunsch und Autonomie des Individuums, zwischen neuen, potenziell arbeitsplatzschaffenden Produkten und dem Datenschutz neu bestimmen. Die aus den Diskussionen entstehenden Normen müssen sorgfältig in Gesetze umgewandelt werden, ohne überzuregulieren und ohne wichtige Rechte aller Bürgerinnen und Bürger zu vernachlässigen.

Welche Impulse liefern dabei die Debatten im Rahmen des Foresight-Prozesses?

Der Foresight-Prozess hat viele der wichtigen Entwicklungen benannt und sorgt dafür, in Forschung und Gesellschaft die notwendigen Analysen und Diskussionen anzuregen. Denn es geht darum, die digitale Gesellschaft von morgen zu gestalten.