Innovations- und Technikanalyse

Der ITA-Beraterkreis

Im Rahmen der aktuellen ITA-Bekanntmachung hat das BMBF für die Auswahl der zu fördernden Projekte den ITA-Beraterkreis eingerichtet. Dieser wissenschaftliche Beraterkreis begleitet den Begutachtungsprozess, repräsentiert ihn nach außen und gibt dem BMBF am Ende Förderempfehlungen ab. Die ITA Beraterinnen und Berater sichten die eingegangenen Projektskizzen und begleiten die Begutachtungen, die – anonymisiert – von Expertinnen und Experten mit spezifischem Fachwissen durchgeführt werden (single-blind review). Der ITA-Beraterkreis konsolidiert anschließend die Ergebnisse der Fachgutachten und spricht seine Empfehlungen aus. Für den ITA-Beraterkreis hat das BMBF dreizehn renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnen können, den Vorsitz hat Prof. Dr. Michael Decker. Jedem inhaltlich definierten Themenfeld der ITA sind zwei Mitglieder zugeordnet, ergänzt um einen Ökonomen und eine Ökonomin, die die wachstums- und innovationsökonomischen Querschnittsaspekte abdecken.

Prof. Dr. Michael Decker (Vorsitzender des ITA-Beraterkreises)

Prof. Dr. Michael Decker ist Leiter des Bereichs „Informatik, Wirtschaft und Gesellschaft“ des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Er ist Professor für Technikfolgenabschätzung am Institut für Philosophie und leitet das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT. Zudem ist er Themensprecher „Schlüsseltechnologien und Innovationsprozesse“ im Helmholtz-Programm „Technologie, Innovation und Gesellschaft“ und Vorsitzender des Fachbeirats „Technik im Dialog“ des Vereins der Deutschen Ingenieure (VDI). Nach dem Studium der Physik promovierte Michael Decker 1995 zum Dr. rer. nat. an der Universität Heidelberg. 2006 wurde er an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit einer Arbeit zur interdisziplinären Technikfolgenabschätzung (TA) habilitiert. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Konzeptionen der Technikfolgenabschätzung, Methodik interdisziplinärer Forschung und Technikfolgenabschätzung der Robotik und Nanotechnologie.

Prof. Dr. Katharina A. Zweig

Prof. Dr. Katharina A. Zweig ist Professorin für theoretische Informatik an der TU Kaiserslautern und leitet dort das „Algorithm Accountability Lab“. Sie ist zudem verantwortlich für den Studiengang Sozioinformatik. Prof. Zweig studierte Bioinformatik und Biochemie an der Universität Tübingen, an der sie anschließend promovierte. Während ihrer folgenden Anstellung als Postdoktorandin absolvierte sie einen Aufenthalt an der ELTE Universität in Budapest, danach leitete sie eine unabhängige Nachwuchsgruppe an der Universität Heidelberg. Prof. Zweigs Forschungsinteressen liegen bei der Interaktion von IT-Systemen und Gesellschaft sowie der Analyse komplexer Netzwerke. Momentan bewertet sie, wie stark Algorithmen diskriminieren können und ob Googles Suchmaschinenalgorithmus Filterblasen erzeugt. Sie berät zu diesen Themen Landesmedienanstalten, Gewerkschaften, Politik und Kirchen und ist Mitgründerin der Nichtregierungsorganisation (NGO) „Algorithm Watch“.

Prof. Dr. Dr. Bernhard Irrgang

Prof. Dr. Dr. Bernhard Irrgang ist Professor für Technikphilosophie am Institut für Philosophie der TU Dresden. Zudem war er als Dozent für Erwachsenenbildung (Volkshochschule) in München und Siegen und im akademischen Austausch als Referent für Technikphilosophie, angewandte Ethiken und ökosoziale Modernisierung in Süd-, Südost- und Ostasien, Südamerika, Afrika und den USA tätig (1995-2009).


Er studierte Philosophie, katholische Theologie, Germanistik und Indologie und promovierte in Philosophie an der Universität Würzburg (skeptische Wissenschaftsphilosophie der Aufklärung) sowie in Theologie (theologische, angewandte (Umwelt-) Ethik) in Würzburg/München. Die Habilitation erfolgte in Philosophie (Forschungsethik Gentechnik) in Bamberg (bei Prof. Zimmerli). Prof. Irrgang war unter anderem Gymnasiallehrer in Niederbayern, Mitarbeiter an der TU Braunschweig und der Universität Siegen, Oberassistent und Akademischer Rat am Institut für Moraltheologie der LMU München (1986-1991), Mitarbeiter für Bioethik am Genzentrum in München (1987-1992), Vorsitzender der AG ESLA des europäischen Human-Genomprojektes Brüssel (1988-1991), geschäftsführender Direktor des Zentrums für interdisziplinäre Technikforschung der TU Dresden (1995-2001), Mitglied der TU-Projektgruppe zum Thema informationelle Selbstbestimmung und Datenschutz im EU-Programm „Fidis“ (2000-2007), Gastprofessor in Chennai in Südindien (2003), Mitglied im VDI-Ausschuss „Technik und Interkulturalität“ (2002-2005), Mitglied in der Arbeitsgruppe „Innovation“ der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech, 2004-2008) und Mitglied in der Projektbetreuung zur personalisierten Medizin und Patientenkarte sowie zum altersgerechten Wohnen in Smart Homes (2010-2015). Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen die Kulturtheorie der Technik, Technologie- und Kulturtransfer, Technoscience und Technoresearch, hypermoderne Technologie, Künstliche Intelligenz (KI) und Expertensysteme, Bioökonomie, Neue Kriege und Cyberwar, Neurophilosophie und Anthropologie, Wissenschaftstheorie und Epistemologie der biologischen und technologischen Wissenschaften sowie diverse angewandte Ethiken und Grenzfragen der Biologie/Philosophie.

Prof. Dr. Ingrid Ott

Prof. Dr. Ingrid Ott ist Professorin für Wirtschaftspolitik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und ist Research Associate am Institut für Weltwirtschaft (IfW) an der Universität Kiel. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Hannover und Alacalá de Henares (Madrid). Nach ihrer Promotion an der Universität Lüneburg wurde sie 2002 dort als Juniorprofessorin auf den Lehrstuhl „Innovation und Wachstum“ berufen. Sie absolvierte Forschungsaufenthalte u. a. am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn und der University of Washington in Seattle. Von 2007 bis 2009 war sie Leiterin des Forschungsbereichs „Neue Technologien und Regionale Innovationssysteme" am Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI). Prof. Ott ist Mitglied im Aufsichtsrat des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW, seit 2013), der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI, 2014-2018) und des wissenschaftlichen Beirats der FuE-Erhebung der Wissenschaftsstatistik GmbH im Stifterverband (seit 2017). Ihre Forschung beschäftigt sich mit Fragen der Innovations- und Wachstumstheorie, von Spitzentechnologien und der regionalen Entwicklung.

Prof. Dr. Michael Dowling

Prof. Dr. Michael Dowling ist Professor für Innovations- und Technologiemanagement an der Universität Regensburg. Er studierte an der University of Texas at Austin (Bachelor of Arts/Doctor of Philosophy in Business Administration) und an der Harvard University (Master of Science). Nach seiner Promotion war Prof. Dowling von 1988 bis 1994 als „Assistant Professor“ an der University of Georgia, USA, tätig und wurde dort 1995 zum „Associate Professor with Tenure“ befördert. 1990 war er Gastforscher an der Universität München und 1994 Gastprofessor an der Universität Erlangen-Nürnberg. Seine Forschungsthemen sind Entrepreneurship und das Management von schnell wachsenden Unternehmen oder Ausgliederungen, Innovations- und Wettbewerbsstrategien im Electronic Business, Wettbewerbsstrategien in der globalen Telekommunikationsbranche sowie generell die Herausforderungen der Digitalisierung.

Prof. Dr. Ricarda Bouncken

Prof. Dr. Ricarda Bouncken ist Inhaberin des Lehrstuhls für Strategisches Management und Organisation an der Universität Bayreuth. Nach ihrem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg war sie zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Helmut-Schmidt-Universität – Universität der Bundeswehr Hamburg und der Universität St. Gallen tätig, an der sie 1997 promovierte. Ihre Habilitation in BWL erfolgte 2002 an der Universität Lüneburg. Weitere Professuren hatte sie an den Universitäten Greifswald und Cottbus inne. Prof. Bouncken forscht zu Fragen der Strategie, Organisation und Führung von Innovationsprozessen in und zwischen Unternehmen sowie der Strategie, Organisation und Führung internationaler Unternehmen, insbesondere der Handhabung von interkulturellen Diversitäten (Diversitätsmanagement) und der Koordination von Teamarbeit. Beispiele für Forschungsprojekte sind „Cross-Cultural Innovation Processes“ und „Diversity Management“.

Prof. Dr. Reinhard Johler

Prof. Dr. Reinhard Johler ist stellvertretender Direktor des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen sowie wissenschaftlicher Leiter des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen. Er studierte Volkskunde, Geschichte und Kulturanthropologie in Wien, Mailand und Cambridge. 1994 promovierte er an der Universität Wien und war dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. 2002 wurde er an die Universität Tübingen berufen und war von 2006 bis 2008 Dekan der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften. Prof. Johler ist aktuell im Vorstand des Tübinger Sonderforschungsbereichs „Bedrohte Ordnungen“ (SFB 923). Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem Kulturprozesse in Europa (Europäisierung, Migration, Flucht), Differenzen, cultural diversity, Multikulturalität und kulturelles Erbe.

Prof. Dr. Cordula Kropp

Prof. Dr. Cordula Kropp ist Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Risiko- und Technikforschung an der Universität Stuttgart. Sie studierte Soziologie, Psychologie, Ethnologie und Politikwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Nach ihrem Studium war sie am Institut für Soziologie der LMU München für die Umwelt- und Techniksoziologie zuständig. 2002 bis 2009 leitete Prof. Kropp an der Münchner Projektgruppe für Sozialforschung mehrere Forschungsprojekte der Risiko- und Nachhaltigkeitsforschung. 2009 bis 2016 hatte sie eine Professur für sozialwissenschaftliche Innovationsforschung an der Hochschule München inne. Prof. Kropp ist darüber hinaus Mitglied im Beirat für nachhaltige Entwicklung der Landesregierung Baden-Württemberg und im wissenschaftlichen Beirat für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg. Zu ihren Forschungsgebieten zählen Fragen der Umwelt-, Technik- und Risikosoziologie und der sozialwissenschaftlichen Innovationsforschung sowie die Untersuchung beteiligungsorientierter Prozesse der Meinungsbildung, Entscheidungsfindung und Implementation im Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen.

Dr. Sergio Bellucci

Dr. Sergio Bellucci war bis November 2017 GSpeicherneschäftsführer der Stiftung für Technologiefolgen-Abschätzung (TA-SWISS) in Bern, ein Kompetenzzentrum der Akademien der Wissenschaften Schweiz. Er schloss sein Ingenieurstudium an der ETH Zürich 1976 mit Diplom ab und promovierte dort anschließend (1980). Daraufhin arbeitete er in der Agro Division bei Ciba-Geigy Basel in der Forschung, Entwicklung und im Marketing. 1989 wurde er Leiter des Zentrums für Weiterbildung an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich und vier Jahre später Leiter des Management und Technologie Instituts am Technopark in Zürich. Zu seinem internationalen Wirken zählt unter anderem die Mitarbeit im European Parliamentary Techology Assessment-Network. Dr. Bellucci ist Experte für Technikfolgenabschätzung und Partizipation.

Prof. Dr. Jutta Günther

Prof. Dr. Jutta Günther ist Professorin für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Innovations- und Strukturökonomik, der Universität Bremen.
Sie studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an den Universitäten Oldenburg, Osnabrück und Albany/New York. Nach ihrer Promotion im Jahre 2002 arbeitete sie am Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie in Osnabrück. Danach war sie am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in verschiedenen wissenschaftlichen Leitungspositionen und in der Politikberatung tätig. 2014 folgte die Habilitation an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sie ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Wissenschaftsstatistik GmbH im Stifterverband (FuE-Erhebung) und im wissenschaftlichen Beirat des Leibniz-WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH). Prof. Günther forscht zu den Themen Innovationssysteme, Strukturwandel und nachhaltige Systemtransformation. Ihre Forschung ist überwiegend empirisch und interdisziplinär ausgerichtet.

Prof. Dr. Martin Jänicke

Prof. Dr. Martin Jänicke ist Senior Fellow am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) Potsdam sowie Gründungsdirektor des Forschungszentrums für Umweltpolitik an der Freien Universität Berlin. Zudem ist er Visiting Professor der Quinghai Normal University, China. Er studierte Soziologie, Politikwissenschaft, Volkswirtschaft und Geschichte an der FU Berlin und habilitierte dort 1970 im Fach Politikwissenschaft. Von 1981 bis 1983 gehörte er dem Abgeordnetenhaus von Berlin an. Von 1991 bis 1996 war er Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und 1996 bis 1998 Vertreter im Nationalen Komitee für Global Change Forschung. 2004 und 2011 bis 2012 fungierte er als Berater der chinesischen Regierung. Prof. Jänicke forscht u. a. zum Themenkomplex Nachhaltigkeit, Klima und Governance von Innovationen.

Prof. Dr. Jutta Weber

Prof. Dr. Jutta Weber ist Professorin für Mediensoziologie am Institut für Medienwissenschaften der Universität Paderborn. Sie studierte Philosophie und Politikwissenschaft an der Universität Tübingen und promovierte zu Naturkonzepten im Zeitalter der Technoscience (Campus 2003) an der Universität Bremen. Als Gastprofessorin u. a. an den Universitäten Uppsala, Twente, Wien und Braunschweig forschte und lehrte sie interdisziplinär in der Medienwissenschaft, Informatik, Philosophie, Technikforschung (STS), den Gender Studies und der Technikgeschichte. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Fragen der Medien- und Techniktheorie, der Wissenschafts- und Technikforschung (bzw. Cultural Studies of Technoscience) vor allem im Bereich Informatik, Künstlicher Intelligenz und Robotik sowie technowissenschaftliche Friedensforschung, Technik und Gender. Die Frage der Zukunft lässt sich ihrer Meinung nach nur zusammen mit der Frage des „Cui bono?“ (Wem zum Vorteil?) beantworten.

Prof. Dr. Alfred Nordmann

Prof. Dr. Alfred Nordmann ist Professor für Philosophie an der Technischen Universität Darmstadt. Nach Magister und Promotion in Hamburg (1981 und 1986) war er zunächst Assistant und Associate Professor an der University of South Carolina, USA, wo er auch weiterhin assoziiert ist. Seit 2002 ist er Professor in Darmstadt. Er beschäftigt sich vornehmlich mit Philosophie und Geschichte der Wissenschaften und der Technowissenschaften. Forschungsschwerpunkte liegen auf einer technikphilosophischen Grundlegung der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie und auf Methodenproblemen kritischer Begleitforschung. Besonderes Augenmerk richtet sich dabei auf philosophische Aspekte der Nanotechnologie und synthetischen Biologie, einschließlich der Herausforderungen an eine wertorientierte Forschung im Gestaltungsmodus.