Innovations- und Technikanalyse

Der ITA-Beraterkreis

Im Rahmen der aktuellen ITA-Bekanntmachung hat das BMBF für die Auswahl der zu fördernden Projekte den ITA-Beraterkreis eingerichtet. Dieser wissenschaftliche Beraterkreis begleitet den Begutachtungsprozess, repräsentiert ihn nach außen und gibt dem BMBF am Ende Förderempfehlungen ab. Die ITA Beraterinnen und Berater sichten die eingegangenen Projektskizzen und begleiten die Begutachtungen, die – anonymisiert – von Expertinnen und Experten mit spezifischem Fachwissen durchgeführt werden (single-blind review). Der ITA-Beraterkreis konsolidiert anschießend die Ergebnisse der Fachgutachten und spricht seine Empfehlungen aus. Für den ITA-Beraterkreis hat das BMBF zwölf renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnen können, den Vorsitz hat Prof. Dr. Michael Decker. Jedem inhaltlich definierten Themenfeld der ITA sind zwei Mitglieder zugeordnet, ergänzt um einen Ökonomen und eine Ökonomin, die die wachstums- und innovationsökonomischen Querschnittsaspekte abdecken.

Prof. Dr. Michael Decker (Vorsitzender des ITA-Beraterkreises)

Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) in Karlsruhe

Nach dem Studium der Physik promovierte Michael Decker 1995 zum Dr. rer. nat. an der Universität Heidelberg. 2006 wurde er an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit einer Arbeit zur interdisziplinären Technikfolgenabschätzung (TA) habilitiert. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter war Decker von 1993–1995 am Physikalisch-Chemischen Institut der Universität Heidelberg, von 1995–1996 am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart und von 1997–2002 an der Europäischen Akademie Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seit 2003 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) in Karlsruhe. Seit 2004 ist er gemeinsam mit Armin Grunwald in der Institutsleitung des ITAS. Seit 2009 ist er zudem Universitätsprofessor für TA am Institut für Philosophie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Decker ist Vorsitzender des Fachbeirats „Technik und Gesellschaft“ des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und Sprecher des Netzwerks TA.


Prof. Dr. Harald Heinrichs

Professor für Nachhaltigkeit und Politik an der Universität Lüneburg sowie Mitglied im Institut für Nachhaltigkeitssteuerung (INSUGO) und im Institut für Umweltkommunikation (INFU)

Heinrichs studierte 1992–1998 Soziologie, Politikwissenschaft und Wirtschaftspolitik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 2002 promovierte er in Soziologie an der Universität Stuttgart. Von 1999–2000 war er Gastwissenschaftler an der Tufts University in den USA. Am Forschungszentrum Jülich war er Postdoc von 2001–2004, ab 2002 war Heinrichs zugleich Lehrbeauftragter für Wissenschafts-, Technik- und Umweltsoziologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Von 2004–2008 war er Juniorprofessor für Partizipation und Nachhaltige Entwicklung am Institut für Umweltkommunikation der Universität Lüneburg. Seit 2009 ist Heinrichs Professor für Nachhaltigkeit und Politik an der Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana Universität Lüneburg. Er ist als Berater und Beirat für private und öffentliche Institutionen aktiv, u. a. in der Sharing Economy International Advisory Group der Stadt Seoul.

Prof. Dr. Martin Jänicke

Gründungsdirektor des Forschungszentrums für Umweltpolitik, Freie Universität Berlin und Senior Fellow am IASS in Potsdam

Martin Jänicke ist ein deutscher Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Umweltpolitik. Er ist seit 2013 Senior Fellow am Potsdamer IASS. Von 1971 bis 2002 war er Professor für Vergleichende Analyse am Fachbereich Politische Wissenschaft der FU Berlin. Zwischen 1986 und 2007 leitete er dort die Forschungsstelle für Umweltpolitik. Jänicke setzte maßgeblich Impulse in der Umweltpolitik und gilt als der Erfinder des Begriffs der Ökologischen Modernisierung, der heute auch international breite Anwendung findet. Jänicke war Berater des Bundeskanzleramtes und von 1981 bis 1983 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Von 1991 bis 1996 war er Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und 1996 bis 1998 Vertreter im Nationalen Komitee für Global Change Forschung. Von 1999 bis 2007 war Jänicke Mitglied im Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung und dort zeitweise stellvertretender Vorsitzender. 2011–2013 war er Mitglied der Bundestags-Enquetekommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“.


Prof. Dr. Ingrid Ott

Professorin für Wirtschaftspolitik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Research Associate am Institut für Weltwirtschaft (IfW) und Mitglied der von der Bundesregierung berufenen Expertenkommission Forschung und Innovation

Ingrid Ott ist Professorin für Wirtschaftspolitik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Research Fellow am Institut für Weltwirtschaft (IfW). Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Lüneburg, wo sie 2001 promovierte. Von 2002–2007 hatte sie als Juniorprofessorin den Lehrstuhl Innovation und Wachstum der Universität Lüneburg inne, wo sie sich 2007 habilitierte. Forschungsaufenthalte führten sie an die University of Washington in Seattle/USA sowie an das Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. Von 2007–2009 war sie Leiterin der Forschergruppe „Neue Technologien und Regionale Innovationssysteme“ am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). Ott ist Mitglied im Aufsichtsrat des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und seit Mai 2014 Mitglied der von der Bundesregierung berufenen Expertenkommission Forschung und Innovation.

Prof. Dr. Ortwin Renn

Professor für Umwelt- und Techniksoziologie an der Universität Stuttgart und Direktor des Zentrums für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung, Universität Stuttgart (ZIRIUS)

Ortwin Renn ist ein deutscher Soziologe, Volkswirt und Nachhaltigkeitswissenschaftler. Renn ist Lehrstuhlinhaber für Technik- und Umweltsoziologie an der Universität Stuttgart und Direktor des gemeinnützigen Forschungsinstituts Dialogik. Er ist ein international anerkannter deutscher Risikoforscher und Mitglied des Nachhaltigkeitsbeirats von Baden-Württemberg (NBBW). Renn arbeitete als Wissenschaftler und Hochschullehrer in Deutschland, den USA und der Schweiz, ist Mitglied in zahlreichen Kommissionen und erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen. Von 2006-2012 leitete er den Nachhaltigkeitsbeirat des Landes Baden-Württemberg und war Mitglied in der von Bundeskanzlerin Angela Merkel berufenen Ethikkommission „Zukunft der Energieversorgung“. Seit Dezember 2003 ist er Direktor des Zent-rums für Interdisziplinäre Risikoforschung und nachhaltige Technikentwicklung (ZIRN) am Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung (IZKT) der Universität Stuttgart.

Prof. Dr. Susanne Robra-Bissantz

Institutsleitung des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der Technischen Universität Braunschweig

Susanne Robra-Bissantz leitet seit 2007 das Institut für Wirtschaftsinformatik und dort den Lehrstuhl für Informationsmanagement. Sie sieht IT-Leistungen als E-Services und arbeitet in Forschungsprojekten ebenso wie mit Praxispartnern an Methoden zu einem E-Service-Design sowie daran, mit sozialen Plattformen die Potenziale einer Kooperation, beispielsweise im Ideen- oder Beschwerdemanagement, zu bergen. Um kooperativ an der Studienqualität zu arbeiten, entwickelte Robra-Bissantz an ihrem Institut mit Studierenden und für diese Informationssysteme wie Sag’s uns, TUgether oder Mobile Campus. In der Lehre arbeitet Prof. Robra-Bissantz aktiv an neuen Lernformen wie der GamEducation. Für das Department Wirtschaftswissenschaften war Robra-Bissantz bis 2014 unter anderem seit 2009 Studiendekanin. Von 2013–2014 war Robra-Bissantz Studiendekanin der NTH (Niedersächsischen Technischen Hochschule) und ist seit 2014 Vizepräsidentin für Studium und Kooperation der TU Braunschweig.

Dr. Rajnish Tiwari

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technologie- und Innovationsmanagement (TIM) der TU Hamburg-Harburg und Mitbegründer des Center for Frugal Innovation

Rajnish Tiwari ist Habilitand am Institut für Technologie- und Innovations-management (TIM) der TU Hamburg-Harburg. In seiner Dissertation setzte er sich mit Leitmärkten ("Lead Markets") im Kontext von Schwellenländern. Herr Tiwari hat an der Universität Hamburg Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Internationales Management und Wirtschaftsinformatik studiert. Er hat am TIM die Forschungsbereiche „Global Innovation“ und „Mobile Commerce“ mit aufgebaut. Er lehrt und forscht im Bereich der „frugalen“ Innovationen und ist Mitbegründer des Center for Frugal Innovation. In ehrenamtlicher Funktion ist Herr Tiwari Beiratsmitglied der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V. und leitet den German-Indian Round Table (GIRT) in Hamburg. Er ist Mit-Initiator der Veranstaltungsreihe „India Week Hamburg“. Er ist Associate Editor des Journal of Frugal Innovation und Gutachter für mehrere wissenschaftliche Fachzeitschriften sowie für Förderinstitutionen im In- und Ausland.

Prof. Dr. Klaus Tochtermann

Direktor der ZBW – Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften, Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, Professor für Medieninformatik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Sprecher des Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0

Klaus Tochtermann ist ein deutscher Informatiker. Er ist seit 2010 Professor am Institut für Informatik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel sowie Direktor der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz Informationszentrum Wirtschaft (ZBW). Er studierte Informatik in Kiel und Dortmund, schloss an der Universität Dortmund seine Promotion im Fach Informatik ab und verbrachte ein Jahr an der Texas A&M University, Center for the Studies of Digital Libraries. Seine Arbeitsschwerpunkte waren in dieser Zeit der Bereich internetbasierte Tools und Dienstleistungen für Digitale Bibliotheken. Von 2001–2010 führte er als wissenschaftlicher Leiter das Forschungsinstitut Know-Center. Im Jahre 2002 erfolgte die Habilitation an der TU Graz. Von 2004–2010 war er Universitätsprofessor, Vorstand des Instituts für Wissensmanagement der TU Graz und leitete von 2007–2010 auch das Institut für Vernetzte Medien.

Prof. Dr. Katharina Anna Zweig

Professorin für Graphentheorie und Analyse komplexer Netzwerke an der TU Kaiserslautern und eine der „digitalen Köpfe Deutschlands“

Katharina A. Zweig ist Professorin für Graphentheorie und Analyse komplexer Netzwerke an der TU Kaiserslautern. In Forschung und Lehre arbeitet die Biochemikerin und Informatikerin höchst interdisziplinär, von Datenanalysen im Kampf gegen Krebs über die Untersuchung von Datensammlungen auf Netzwerkplattformen bis hin zur Gründung des neuen Studiengangs Sozioinformatik. Als Studiengangsleiterin des deutschlandweit einzigartigen Studiengangs arbeitet sie an der Lösung zahlreicher gesellschaftlicher Probleme und beweist bei ihrem Wirken über Disziplingrenzen hinweg, welch großes Potenzial die Informatik für die Wissenschaft bereithält. Frau Zweig gehört zu den 2014 von Bundesministerin Johanna Wanka ausgezeichneten „Deutschlands Digitalen Köpfen“ und ist Junior Fellow der Gesellschaft für Informatik e. V. (GI). Sie berät Bund, Länder und Kommunen zu verschiedenen Aspekten der Digitalisierung.

Prof. Dr. Ulrike Felt

Professorin der Wissenschafts- und Technikforschung an der Universität Wien

Nach ihrer Promotion in theoretischer Physik arbeitete Ulrike Felt zunächst im Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf. 1997 habilitierte sie sich an der Universität Wien und lehrt dort seit 1999 Wissenschafts- und Technikforschung. In verschiedenen Institutionen in Straßburg, Montréal, Paris, Zürich und Harvard war sie Gastprofessorin und -forscherin. Professorin Felt forscht u. a. zur Entstehung und Interaktion verschiedener Wissensformen, zur Wissenschaftskommunikation sowie zur Partizipation und Governance von Technowissenschaften. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Wissenschaftspolitik, insbesondere mit Blick auf Veränderungen der Wissenschaftskulturen ebenso wie institutionelle Reformen, Fragen der Qualitätssicherungsmechanismen, Forschungsethik etc. Die Wissenschaftlerin engagiert sich außerdem in der Politikberatung. So leitete sie zum Beispiel das Policy Briefing zu „The future of science in society“ für die European Science Foundation.

Prof. Dr. Uwe Cantner

Professor für Volkswirtschaftslehre an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Uwe Cantner studierte in Augsburg und Detroit, promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und habilitierte sich an der Universität Augsburg. Heute ist er Vizepräsident für den Wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung der Friedrich-Schiller-Universität Jena, hat dort den Lehrstuhl für Mikroökonomik inne und lehrt zudem als Professor für Volkswirtschaftslehre an der Syddansk Universitet Odense in Dänemark. Als Gastprofessor unterrichtete er am Collegio Carlo Albert in Turin sowie an verschiedenen Universitäten in Frankreich. Professor Cantner ist u. a. Sprecher des Forschungsschwerpunktes „Human Behaviour in Social Change“ an der Universität Jena, des DFG-Graduiertenkollegs „The Economics of Innovative Change“ und des Bereichs Economics der International Max Planck Research School „Adapting Behaviour in a Fundamentally Uncertain World“. Seit Dezember 2015 ist er Mitglied der Expertenkommission Forschung und Innovation. In seiner Forschung beschäftigt sich Cantner unter anderem mit innovationsökonomischen Fragestellungen in den Bereichen der Industriedynamik, Entrepreneurship- und Gründungsforschung, der Kooperations- und Netzwerkforschung sowie der General-Purpose-Technologien.

Prof. Dr. Tobias Kretschmer

Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Seit 2006 ist Tobias Kretschmer Professor für Betriebswirtschaftslehre und Vorstand des Instituts für Strategie, Technologie und Organisation (ISTO) der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 2010 bis 2014 war er Leiter des Forschungsbereichs Industrieökonomik und neue Technologien am ifo Institut für Wirtschaftsforschung. Nach langjährigen Forschungsaufenthalten am INSEAD in Fontainebleau und der LSE in Lon-don war er u. a. Lecturer an der London School of Economics und Gastprofessor an der University of Southern Denmark. 1996 erhielt er den Grad lic. oec. in Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen und promovierte 2001 an der London Business School. Die Forschungsschwerpunkte von Professor Kretschmer liegen im Bereich komplexer Güter, insbesondere Netzwerktechnologien, komplexe Organisationen, Technologiediffusion und Outsourcing. Seine Publikationen erscheinen u. a. in Zeitschriften wie dem Strategic Management Journal, Organization Science, Industrial and Corporate Change, Journal of Industrial Economics und International Journal of Industrial Organization. Seit 2009 ist Professor Kretschmer Mitherausgeber des International Journal of Industrial Organization und seit 2011 Mitherausgeber des Information Economics and Policy.